Samstag, 3. Januar 2009 14:28
Eine Website zu erstellen ist heute ein Leichtes. Unzählige Tools stehen zur Verfügung um teilweise sogar per drag-and-drop sich seine Website zu “basteln”. Hier sind weder Programmkenntnis, gestalterisches Gespür noch Programmierkenntnisse nötig. Hier eine Auswahl solcher Online-Tools:
Etwas mehr Möglichkeiten sind mit Software möglich, wie beispielsweise Adobe Dreamweaver oder der kostenlosen Alternative Phase 5. Diese lassen sich bedienen, wie ein Grafikprogramm und erstellen den nötigen Quellcode automatisch im Hintergrund. Grafisch und technisch ist mit diesen Tools beinahe alles möglich. Allerdings sollten schon ein wenig Programmierkenntnisse und Web-Basics vorhanden sein.
Entscheiden ist jedoch, dass es nicht nur darum geht, eine Website technisch zu erstellen und ins Web zu stellen. Die Zeiten, in denen es noch erwähnenswert war, auch im Internet vertreten zu sein, sind schon lange vorbei. Wer heute Zeit und Geld in einen Internetauftritt investiert, verfolgt damit auch Ziele: die Generierung von Leads, Bereitstellung von Serviceangeboten, Kundenbindung, Vertriebsunterstützung, … und selbstverständlich aktive Markenführung.
Nichts spricht gegen einen selbst erstellten Internetauftritt mit einfachen Mitteln und kleinem Budget. Auch der punktuelle Einsatz von freien Dienstleistern ist durchaus möglich, um Budget zu sparen. Nicht immer ist es nötig sich einen kompletten Unternehmensauftritt im Internet von Externen erstellen zu lassen. Doch Vorsicht! Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles).
Die Erstellung von Websites ist in gewisser Weise modernes Handwerk mit unterschiedlichen Gewerken. Ein individuelles Möbel wird man sich auch von jemandem erstellen lassen, der was von seinem Handwerk versteht - und auch der zieht für die einzelnen “Disziplinen” wieder Fachleute hinzu: Glaser, Metallbauer, Spediteure, … und damit zum Schluss alles aus einem Guss ist, braucht es jemanden, der die einzelnen Gewerke “orchestriert”.
Die wichtigsten Disziplinen eines Webauftritts:
1. Corporate (Web)Design und Zielgruppenansprache
Ganz egal, wie Ihre Ziele lauten - die Seite sollte auf jeden Fall zu Ihrem Unternehmen passen. Über das Wort “Schönheit” lässt sich sicher streiten. Doch ob Ihre Seite auch zu Ihrem restlichen Unternehmensauftritt passt, lässt sich an wenigen Parametern festmachen. Auch sollten Sie darauf achten, dass Sie textlich und in Sachen Bilder die Sprache Ihrer Zielgruppe sprechen. Selbstverständlich sollte dies auf allen Browsern gegeben sein.
2. Technische Funktionalität
Der Großteil der User verwendet einen Standardbrowser, wenn sie sich im Internet “bewegen”. Man begeht gerne den Fehler bei der Erstellung nur von sich selbst auszugehen. Dass es User gibt, die nicht den Internet Explorer nutzen sondern vielleicht den neuen Google Crome wird übersehen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sieht das festgelegte Design auf anderen Browsern auch anders aus. Professionelle Agenturen und Webdesigner berücksichtigen dies bereits bei der Konzeption der Seite. Auch das Thema Flash- und Java-Versionen wird oft unterschätzt. Klar, dass Designer und Programmierer gerne die neueste Version einsetzen möchten, da diese die meisten Möglichkeiten bieten. User haben jedoch in aller Regel nicht die aktuellste Version, da sie von Ihrer IT-Abteilung abhängig sind, die im Alltag wichtigeres zu tun haben, als die neueste Versionen aufzuspielen.
3. Gefunden werden: die Web Visibility
Bewegen Sie sich in einem Markt, in dem es nur “eine Hand voll” Kunden gibt? Dann ist es für Sie sicher von untergeordneter Bedeutung in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Doch denken Sie mal einen Schritt weiter: wie sieht es denn in Sachen Recruiting aus? Hier sind Sie darauf angewiesen, dass sie von den besten Leuten gefunden werden … und schon hat das Thema “gefunden werden” wieder hohe Relevanz. Gleiches gilt im Übrigen für Investoren.
Bei der suchmaschinengerechten Gestaltung einer Website kann der Programmierer viel Gutes tun - oder aber nicht. Im Design und der Funktion der Seite wird Ihnen das nicht auffallen. Auch der Aufbau der Seitenstruktur, das Verfassen der Texte, die Aufbereitung von Bildern und Grafiken haben viel mit guter Suchmaschinenplatzierung zu tun. Wer hier von Anfang an mitdenkt - spart sich später viel Arbeit bei der Optimierung.
Denken Sie bei der Erstellung auch schon an das Thema “Controlling”.
4. Bedienbarkeit sicherstellen: Web Usability
Mal angenommen, Sie geben sich richtig Mühe viele Leute auf Ihre Seite zu locken: Sie sind in den Suchtreffern auf der ersten Seite zu finden und schalten auf gängigen Branchenportalen regelmäßig Banner. Sie sind aktiv in Sachen Social Networks, senden Bestandkunden regelmäßig E-Newsletter und …
Doch nach einer Weile stellen Sie fest, dass sich zwar die Besucherzahlen signifikant erhöhen, Ihr Nutzen aber nicht so ganz zur Geltung kommt. Welche Ziele wollten Sie mit der Website nochmal erreichen? Bei einer Kundenbefragung erfahren Sie, dass sich ihre Kunden nicht zu Recht finden: die Navigation der Seite erzeugt mehr Verwirrung als Orientierung. Entnervt verlassen die Besucher Ihre Website wieder nach wenigen Sekunden.
Häufig wird auch vergessen den Besucher auf der Seite zu führen: vom Eingang zur Kasse, vom Gewinnspiel zur Registrierung, vom Nutzenversprechen zur Lösung. Wenn Websitebetreiber wüssten, wie viel Potenzial verloren geht, weil man sich über die “Bedienung” der Seite keine Gedanken gemacht hat …
by Christian Frey